Bordesholmer Marienklage
BORDESHOLMER MARIENKLAGE 1476
in der „Kölner Version“
ARS CHORALIS COELN
Ltg. Maria Jonas
Gesang:
Stefanie Brijoux, Maria Jonas, Uta Kirsten, Pamela Petsch, Christine Wehler, Cora Schmeiser
Flöten:
Lucia Mense
Fidel und Glocken:
Susanne Ansorg
Konzeption:
Maria Jonas
Textauswahl:
- Thomas Höft (Version 2008, Psalm)
- Maria Jonas (Version 2008, Festa paschalia)
- Cora Schmeiser (Version 2009, Schleswig Holstein Musikfestival)
Die berühmte „Bordesholmer Marienklage“ ist den großen Marienfiguren des Johannes-Evangeliums gewidmet, in der die drei Marien ergreifend von ihrem Schmerz singen: Maria, Jesu Mutter, Maria Magdalena und Maria Kleophas beobachten die Kreuzigung. Dieses Bild wurde in der kleinen norddeutschen Stadt Bordesholm in eine ergreifende Musik verwandelt.
Diese norddeutsche Marienklage ist eines der ersten liturgische Passionsspiel in deutscher Sprache, das die Gefühle der Frauen expressiv musikalisch charakterisiert. Zeitgleich entstanden in anderen deutschen Regionen ähnliche Marienklagen, die alle die gleiche Grundstruktur vorweisen, z.T.mit identischem Liedmaterial. Interessant sind hier die regionalen Einflüsse und die daraus entstandenen Varianten.
Aus der bis heute erhaltenen Beschreibung der Uraufführung der Bordesholmer Marienklage wissen wir, daß zwischen den Liedern Texte in einem mittelalterlichen Plattdeutsch rezitiert wurden. In unseren mittlerweile drei "Kölner Versionen" werden diese Texte durch andere in modernem Deutsch ersetzt:
- Gedichte der argentinischen Befreiungstheologie (Ernesto Cardenal u.a.) / PSALM-STYRIARTE 2008, Graz
- Johannesevangelium zum Karfreitag / FESTA PASCHALIA 2008, Köln
- Gedichtzyklus „Mirior de peine“ (Henri Ghéon (1875-1944) / SCHLESWIG HOLSTEIN MUSIKFESTIVAL 2009, Bordesholm
Hinter der "Kölner Version" steht der Gedanke, die Marienklage nicht immer in der gleichen Fassung aufführen zu wollen/müssen. Je nach Jahreszeit, Raum und Land werden andere Fassungen mit anderen Texten und Gedichten entwickelt – in nicht deutschsprachigen Ländern in der jeweiligen Landessprache.
Der Fokus unserer Interpretation gilt allein den drei trauernden Frauenfiguren, die hier durch eine Frauenschola repräsentiert werden. Johannes und Jesus treten nicht auf und so wird aus dem ursprünglichen Passionsspiel eine einzige große Marienklage – aber auch ein ergreifendes Marienlob.
P R O G R A M M
I. PROLOG
• Ave Maris stella / St. Gallen, 9. Jahrhundert
• Te celi reginam / Liederbuch der Anna von Köln, 15. Jahrhundert
• Stetit Jhesus / Liederbuch der Anna von Köln
II. MARIENKLAGE
• Anxiatus est
• Owe des ghanges
• Owe yamer unde not
• Ik horede enen roep
• O quantus luctus
• Ghelavet systu
• Jam auctor lucis
• O quam tristis
• We helpet klaghen
• Maria moder
• Owy owe wat lydet
• Ach, wo sere
• Groter klage ys mir not
• Spryk leve kynt
• Owy owe nu ys he dot
• Nu vor nuwet
• O we weer
• Nu is ok weynent
• De sunne de lyt
• O we dot
• Symeonis grimmige swert
• O Godes Kynt
• Flecte ramos
III. EPILOG
• Pater noster / Gregorianisch
• Ave pulcherrima / Rostocker Liederbuch
