Je suis fumeux
- ein Programm auch für Nichtraucher -
Die Musik der Ars subtilior
ALA AUREA
Maria Jonas – Gesang, Symphonie
Lucia Mense – Blockflöten
Bettina Strübel – Organetto
Je suis fumeux – nicht die Gewohnheit des Rauchens steht hier im Mittelpunkt, alleine schon weil es im 14. Jahrhundert in Europa noch keinen Tabak gab!
„Les fumeux“ steht als Synonym für intellektuelle Exzentriker, Kreise von Dichtern, Philosophen und Gelehrten am Hofe des Papstes in Avignon, als Synonym für deren wissenschaftlichen Hirngespinste, rhetorischen Exkurse und dramatischen Debatten – im Dunstkreis der letzten Jahrzehnte des Mittelalters und dem Beginn der Renaissance. Diese Musik, die man die „Ars subtilior“ nennt, führt Entwicklungsstränge an ihre Grenzen und darüber hinaus: wagemutige rhythmische Kapriolen und Synkopierungsketten, vollkommene rhythmische und metrische Unabhängigkeit der Stimmen, bis dato (und auch noch Jahrhunderte danach!) verbotene Harmonien als Kommentar der Texte, die nicht selten in verschlüsselter Form Bezug auf das Zeitgeschehen nehmen.
Ars subtilior: flüchtig, nicht fassbar. Ein Moment. Musik erklingt, verklingt, kaum da – schon vergangen, nicht haltbar, nicht besitzbar – kaum hörbar. Wie Rauch, wie Nebel legt Musik sich über die Hörenden, vernebelt ihre Gedanken, lässt sie hinan steigen mit den Schwaden. Und die Spieler, die den Rauch erzeugen? Nun: sie sind die fumeuses – moi, je suis fumeux!
