Nu wil ich vroelich heven an
Mittelalterliche Lieder und Balladen entlang des Rheins
Musik von Hildegard von Bingen, aus dem Liederbuch der Anna von Köln,
aus der Kölner Dom- und Diözesanbibliothek, Kolmarer Liederbuch,
Kloster Wonnenthal, Kloster Katharinenthal u.a.
„Nun will ich fröhlich beginnen
und so gut ich kann singen,
von einem stolzen Ritter....“
So beginnt die Ballade über den stolzen Ritter und der hl. Gertrud in dem Liederbuch der Anna von Köln um 1500. Der Rhein war und ist bis heute unzählige Male besungen, gemalt und bereist worden. Dichter und Denker ließen sich von dem Strom und seiner Landschaft inspirieren. Bestandteile von Rheinsagen sind Mönche und Nonnen, Ritter und Drachen, einsame Jungfrauen auf hohen Felsen (Loreley) und unachtsame Schiffer im verunglückenden Kahn oder fleißige Zwerge, die Heinzelmännchen von Köln. Diese Rheinromantik des 19. Jahrhunderts steht in einer älteren, mittelalterlichen Tradition des Geschichten Erzählens und einer Musikentwicklung in den vielen Klöstern entlang des Rheines, auf die wir in diesem Programm eingehen wollen – quasi den Originalen auf der Spur.
Der Name „Rhein“ geht wahrscheinlich auf die indogermanische Wurzel „rei“ für „fließen“ zurück. Aus dieser Wurzel entstanden u. a. auch das deutsche Verb „rinnen“, das spanische Wort „rio“ für Fluss oder das altgriechische „rhëin“ für „fließen“. Die Kelten nannten den Fluss Rhenos, die Römer Rhenus. Der Name könnte aber auch möglicherweise von den Kelten selbst eingeführt worden sein, bedeutet keltisch ro-ean doch „fließendes Gewässer“ oder auch „großes Wasser“.
Aber nicht nur Wasser fließt entlang des längsten Stromes Deutschlands, auch hat der Wein, von den Römern nach Germanien gebracht und kultiviert, vieles dazu beigetragen, daß seine Wirkung und Faszination bis heute nicht verloren gegangen ist.
PROGRAMM
• COLMARER LIEDERBUCH
aus Frauenlobs (Heinrich von Meissen, 13. Jh.) „Guldin flügel“
„Ey ich sach in dem trone eyn jungfraw“ und „Wie die döne schöne löne“
• GRADUALE ST. KATHARINENTHAL (1312)
Sequenz: „Verbum dei“
• WIENHÄUSER LIEDERBUCH (um 1500)
Ballade über den Landgrafen Lodevich
• ANTIPHONAR KLOSTER WONNENTHAL (ca. 1300)
Responsorium: „Amo Christum“
• HILDEGARD VON BINGEN (1098-1179)
Hymnus zur hl. Ursula: „Cum vox sanguinis“
• KÖLNER DOM- und DIÖZESANBIBLIOTHEK
Sequenz der Kölner Stadtpatronen (14.Jh.): „Gaude felix Agrippina“
• KÖLNER DOM- und DIÖZESANBIBLIOTHEK
Ursula-Sequenz (13. Jh.): „In supernis concors choris“
• ST. MARIA, ANDERNACH, 12. JH
Antiphon: „Audite, o lucis filie“
• LIEDERBUCH DER ANNA VON KÖLN, UM 1500
Ballade: „Nu wil ich vroelich heven an“
Lied: „Maria suesse Meichdekyn“
• BERLINER HANDSCHRIFT, NIEDDERRHEIN UM 1500
Lied: „So vro steynt bloemen up der vesten“
• ANDERNACH, UM 1500
Lied: „Tandernaken wol up den rhin“
Maria Jonas – Gesang, Drehleier
siehe Biographie
Susanne Ansorg – Fidel, Glocken
Susanne Ansorg studierte Germanistik, Musikwissenschaft und Musikpädagogik an der Universität Leipzig sowie mittelalterliche Streichinstrumente an der Schola Cantorum Basiliensis bei Randall Cook. 1998 schloß sie ihr Studium mit einem Diplomkonzert ab. Sie spielt mit verschiedenen Ensembles, so mit Ioculatores, Belladonna, Les Flamboyant, Gilles Binchois und Sequentia, in verschiedenen Ländern Europas, in Kanada, den USA, Japan und Brasilien. Seit 1990 gehört sie zu den Hauptorganisatoren von "montalbâne", einem der bedeutendsten Festivals für mittelalterliche Musik in Deutschland.
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Susanne Ansorg – Glocken
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Maria Jonas – Konzert in Bedburg
