Tehilim & Psalme
Jüdisch-askenasische und christlich-gregorianische Tradition
mit Chasan Jalda Rebling (Berlin), Maria Jonas & Ars Choralis Coeln
KOLUMBA, Kunstmuseum des Erzbistums Köln
• Sonntag, 7.11.2010, 12:00 – 16:00 Uhr
In der jüdischer Tradition hat es die Trennung von „weltlicher“ und „sakraler“ Musik nie gegeben, d.h. jeder kannte die zum Singen der Psalme notwendigen Schriftzeichen oder Melodien. Doch das Wissen wurde von Mund zu Ohr weitergegeben, ganz in der mittelalterlichen Tradition. Darum gibt es nur vereinzelte Aufzeichnungen jüdischer Musik vor dem 16. Jahrhundert. Die Melodien für die Psalmen (Tehilim), Sprüche der Väter (Mishli) und das Buch Hiob sind dagegen verloren gegangen.
International wird derzeit viel geforscht, um diese verlorene Musik zu rekonstruieren – bisher jedoch ohne großen Erfolg. Es gibt aber bislang noch keinen musikalischen Dialog mit anderen Religionen und Kulturen, wie z.B. dem Christentum und der Gregorianik, der auf die gemeinsamen modalen Ursprünge zurückgeht. Hier wollen wir unsere Entdeckungsreise beginnen.
Folgende Psalme haben wir ausgesucht, die wir sowohl auf hebräisch als auch lateinisch/gregorianisch singen werden: Psalm 92, Psalm 93, Psalm 95, Psalm 96, Psalm 103, Psalm 114, Psalm 145, Psalm 150.
Vielleicht können wir ja mit dem gemeinsamen Singen der Psalmen unseren religiösen Nachbarn ein Stück näher kommen?
Chasan Jalda Rebling
lehrt in der Tradition der Maggidim, jüdischer Wander-Lehrer, die mit Liedern, Legenden und Geschichten jüdisches Wissen in die Welt tragen. Seit über 30 Jahren ist Jalda Rebling eine welterfahrene und internatioal renommierte Spezialistin für Jüdische Musik.
www.jalda-rebling.com
Jalda Rebling wurde im Januar 2007 von Rabbi Zalman Schachter-Schalomi, Rabbi Marcia Prager und Hazzan Jack Kessler ordiniert. Seitdem gibt sie Workshops in Jüdischen Gemeinden und Chavurot von Berlin, Erfurt, Hannover, Tübingen und Göttingen. Sie erhielt einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Erfurt zur Ausbildung jüdischer Sozialarbeiter und lehrte in Amsterdam, Oslo, Trondheim, Stockholm und Lund. Sie lehrte am Hebrew Union College in New York, in Elat Chayyim Upstate New York und an der University of Colorado.
Jalda Rebling war die erste jüdische Kantorin, die gemeinsam mit Aleph Rabbinical Student Lynn Feinberg in einer Norwegischen Synagoge einen Schabbat leitete und öffentlich Tora las. Der Anlaß war eine internationale skandinavische WIZO-Konferenz im August 2007. Gemeinsam mit Lynn Feinberg leitet Kantorin Jalda Rebling seit 2006 einen Womens-Shabaton in Oslo.
Jalda Rebling gehörte zu den Gestalterinnen des Lernenden Minjan in der Synagoge Oranienburger Strasse Berlin, leitete die Hohen Feiertage in Berlin, Synagoge Oranienburger Strasse, beim Egalitären Minjan in Frankfurt/Main und im JKC in Lund und ist Mitbegründerin von Ohel Hachidusch in Berlin, der ersten Jewish Renewal Gemeinde in Deutschland, die ALEPH-affiliated ist.
Jalda Rebling erhielt Lehraufträge von der Hans-Seidel-Stiftung/München und anderen nichtjüdischen Organisationen. Sie hält Vorträge im interkonfessionellen Kontext, gibt Workshops und nimmt aktiv am interkonfessionellen Dialog teil.
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