VISION

AUS DEM LEBEN DER HILDEGARD VON BINGEN
Das Konzert zum Film

Musik der Hl. Hildegard von Bingen
und aus der Kölner Dom- und Erzdiözesanbibliothek

mit ARS CHORALIS COELN
Ltg. Maria Jonas


DER FILM
Einer der außergewöhnlichsten Personen des 12. Jahrhunderts widmet die Regiesseurin Margarethe von Trotta ihren Film „VISION – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“. Ganz geradlinig entwickelt Autorin von Trotta ihre Leinwandbiografie über Hildegard von Bingen (1098-1179), einer Frau, die vorgibt, Gott näher zu sein als die Männer – das war selbst 200 Jahre vor Einsetzen der Inquisition lebensgefährlich. Barbara Sukowa, Lieblingsschauspielerin und "Geistesverwandte" von Trottas, reckt das Kinn vor und kämpft. Sie geht in ihrer Rolle auf, versteht es trotz Nonnentracht zu strahlen, das Charisma von Bingens sichtbar zu machen. Während sich die Filmemacherin mit ihrer Regie zurücknimmt, alles Laute meidet, unauffällig und ruhig inszeniert. Innen ist der bevorzugte Handlungsort, karge Klöster – gedreht wurde unter anderem in Maulbronn und Eberbach – mit schlicht eingerichteten funktionalen Räumen. Es wird kaum künstliches Licht verwendet die atmosphärischen Bilder sind blau und schwarz, dunkel wie die Zeit mit ihren winzigen Fenstern und wuchtigen Mauern. Nur ganz selten geht der Film nach draußen und gibt den Blick frei. Beispielsweise wenn die Äbtissin und Naturheilkundlerin allen Widerständen zum Trotz 1150 das Frauenkloster Rupertsberg durchsetzt und mit ihren Schwestern auf die Baustelle mitten im Wald zieht. Dort feiert man nach Einzug auch mit einem Singspiel – dem ORDO VIRTUTUM – aus Hildegard von Bingens Feder. Sie war eine Frau für die Moderne – was auch die derzeitig stattfindende Renaissance ihrer Musik belegt.

Ars Choralis Coeln wirkte bei den Filmaufnahmen im November 2008 bei einer kurzen Episode in Kloster Eberbach mit, wo wir im Monat zuvor ebenfalls unsere Hildegard von Bingen-CD aufgenommen hatten: „Marienvesper“. In unserem Konzert-Programm „VISION“ singen wir u.a. Ausschnitte aus dieser CD, sowie die zwei Responsorien, die im Film ebenfalls zu hören sind: „O vis eternitatis“ und „O quam preciosa“, eingebettet in die Liturgie des monastischen Stundengesangs. Zu hören ist auch der Psalm „Benedic Anima mea dominum“, den Ars Choralis im Film singt und spielt. Den Abschluß bildet die 4. Szene des Ordo Virtutums.


KONZERT-PROGRAMM

INVITATORIUM
• In honore beatissime Marie Kölner Antiphonar, 13.Jh.
• Psalm 94: Venite, exultemus Gregorianisch
1. ANTIPHON
• O virtus sapientie Hildegard von Bingen, 1098-1179
• Psalm 109: Dixit Dominus Gregorianisch
2. ANTIPHON
• Cum erubuerint Hildegard von Bingen
• Psalm 112: Laudate pueri Gregorianisch
3. ANTIPHON
• Hodie Maria Virgo Kölner Antiphonar
• Psalm 102: Benedic anima Gregorianisch

RESPONSORIUM
• O vis eternitatis Hildegard von Bingen
RESPONSORIUM
• O quam pretiosa Hildegard von Bingen
SYMPHONIA
• O viridissima virga Hildegard von Bingen

ORDO VIRTUTUM Hildegard von Bingen
Die Ordnung der Kräfte – Szene 4
• Diabolus: Wer bin ich und woher komme ich? 
• Penitens Anima: Ego omnes vias meas malas
• Humilitas : O Victoria
• Victoria: O fortissimi
• Virtutes et Anima: O dulcissima bellatrix
• Humilitas: Ligate ergo istum
• Virtutes et Anima: O regina nostra
• Castitas: In mente Altissimi
• Humilitas: O Deus, quis es tu
• Virtutes: O pater omnipotens
• Virtutes et Anima: In principio

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Ars Coralis Coeln bei den Filmaufnahmen
Ars Coralis Coeln bei den Filmaufnahmen